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Viel Abwechslung – jeden Tag

Unsere aktuellen Veranstaltungen, Neuigkeiten und Termine finden Sie hier:

Termine

09.10.2026
12 bis 16 Uhr

Oktoberfest „Wiesn-Zauber“

Neuigkeiten

Waldcafé – Freitag bis Sonntag von 14:30 bis 17 Uhr

Jeden Freitag, Samstag und Sonntag erwarten Sie in unserem Waldcafé leckere Kuchenspezialitäten der Bäckerei Dröste. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in angenehmer Atmosphäre

Bewohner erzählen

Hier fühle ich mich so geborgen.

JUTTA SCHLAGENHAUFER, 76

Als sich die Tür des Zimmers mit der Nummer 101 öffnet, erkennt man auf den ersten Blick: Hier lebt ein Mensch, der stilvolle Dekoration zu schätzen weiß. Der aparte Raum mit Waldblick ist das Zuhause von Frau Jutta Schlagenhaufer. Draußen zwitschern Vögel und die goldgelbe Herbstsonne scheint auf das Foto ihres Sohnes. Diesem hat Frau Schagenhaufer einen prominenten Fensterplatz gewidmet.

Shopping-Touren gehören dazu

Freundlich lächelt uns die nette Dame mit der modischen Kurzhaarfrisur zu: „Schön, dass Sie da sind“, meint sie, bevor sie sich ihren gemütlichen Sessel zurechtrückt und darauf Platz nimmt. Die gebürtige Düsseldorferin erzählt sogleich von ihrem liebsten Hobby: „Wissen Sie, ich shoppe so gerne, besonders Deko-Artikel, die ich hier drapiere. Das mache ich natürlich immer entsprechend der Jahreszeit.“ Für Ihre Einkaufstouren fährt Frau Schlagenhaufer mit einem Mitarbeiter des Hauses auch schon mal in die Innenstadt.

Man kann spüren, dass sie sich in der Waldklinik Hösel wohlfühlt. Denn hier entspannt sie, kommt zur Ruhe und tankt Kraft. „Ich möchte ehrlich gesagt auf keinen Fall mehr woanders leben“, sagt sie.

Geboren im Krieg

Frau Schlagenhaufer kann auf eine bewegte Vergangenheit mit vielen Schicksalsschlägen zurückblicken. Damals, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges, starb ihre Zwillingsschwester neben ihr im Kinderwagen durch den Druck einer Bombe. Überhaupt war die Kindheit der 1943 geborenen Dame alles andere als einfach. Ihr Vater, schwer verwundet aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrt, hatte mit den schrecklichen Erlebnissen des Schlachtfeldes zu kämpfen. Trotz allem ging Jutta Schlagenhaufer ihren Weg, wurde Verkäuferin in einem bekannten Düsseldorfer Geschäft und brachte einen Sohn zur Welt. „Der ist Computer-Spezialist“, erzählt sie stolz. Zweimal war Frau Schlagenhaufer verheiratet. Nach dem Tod ihres zweiten Mannes konnte und wollte sie nicht mehr alleine in ihrer Eigentumswohnung leben. Es wurde ihr alles zu viel, sie fühlte sich alleine und sehr traurig, konnte den Alltag deshalb nicht mehr alleine bewältigen.

Ein gutes Gefühl

Ihr Sohn schaute sich daraufhin nach einer geeigneten Betreuungseinrichtung um, in der seine Mutter individuell begleitet und unterstützt wird – die Wahl fiel auf die Pro Seniore Waldklinik Hösel. Ihren Entschluss hierherzukommen, hat Frau Schlagenhaufer übrigens nie bereut. Ganz im Gegenteil: „Hier fühle ich mich so geborgen. Die Mitarbeiter sind wirklich lieb und kümmern sich. Das gibt mir ein sehr gutes Gefühl. Ich musste in all den Jahren übrigens nur einmal klingeln“, meint sie schmunzelnd.

Auch das vielfältige Beschäftigungsangebot nutzt sie gerne, kennt hier im Haus so gut wie alle Bewohner. Und wenn die Traurigkeit wiederkommt, sind die Mitarbeiter zur Stelle – mit lieben, aufmunternden Worten. Das tut gut und sorgt für neuen Antrieb: „Ich interessiere mich ja so für Kunst, zum Beispiel für Picasso. Wir haben da einen Kunsttherapeuten, der uns immer wieder spannende Geschichten aus dem Leben der Künstler erzählt.“ Sogar neue Freundschaften hat sie geknüpft. „Es gibt so viele liebe Menschen hier. Ich habe nie das Gefühl, einsam zu sein und das ist doch wirklich schön.“

Man merkt, wie sehr die charmante Dame aufblüht und dass sie sich trotz mancher Lebenskrisen ihren rheinischen Humor bewahrt hat. So beendet sie das Gespräch mit einem Augenzwinkern: „Also, wenn ich nochmal heiraten sollte, dann kommt mir definitiv nur ein deutlich jüngerer Mann ins Haus.“

Ich fühle mich wirklich sehr wohl und bin hier sehr zufrieden.

RENATE ZIMNIAK, 81

Renate Zimniak wohnt nur ein paar Zimmer neben Frau Schlagenhaufer. Sie ist erst kurz hier, kam am 14. April in unsere Einrichtung, hat sich aber längst prima eingelebt. „Mir war ja selbst klar, dass ich zu Hause nicht mehr alleine leben kann. Zum Einkaufen und Kochen reichten meine Kräfte einfach nicht mehr“, erzählt sie. „Ich hatte ja nicht mal einen Rollator und ging mehr schlecht als recht an einem Stock.“ Nach einem Kurzzeitpflege-Aufenthalt in Herne kam sie dann nach Hösel und ist sehr froh darüber: „Ich fühle mich wirklich sehr wohl und bin hier sehr zufrieden. Wie gesagt, es war mein Entschluss, in eine Senioreneinrichtung zu gehen.“

Umgeben von vielen lieben Menschen

Morgens braucht Frau Zimniak ein wenig Hilfe, aber sie kann hier viel selbstständiger – und vor allem: selbstbestimmter – leben, als alleine zu Hause. So geht’s nach der Morgenpflege mit dem Rollator in den schönen holzvertäfelten Speiseraum im Erdgeschoss zum Frühstück. „Ich freue mich immer schon darauf, die vielen lieben Menschen zu sehen. Wir sind hier schon eine nette Clique und haben uns viel zu erzählen. Bei duftendem Kaffee macht das natürlich umso mehr Spaß.“

Nach dem Frühstück greift sie meist zu Nadel und Faden. Denn Handarbeit, das ist ihre große Leidenschaft – und zwar vom Sticken bis hin zum Stricken. „Solange ich das machen kann, geht’s mir gut.“ Zurzeit arbeite sie an zwei Pulswärmern: „Wollen Sie mal sehen?“, fragt sie im typischen Ruhrpott-Dialekt – dabei lebte sie mehr als vierzig Jahre gar nicht hier.

Auswanderung nach Polen

Denn 1948, Frau Zimniak war gerade zehn Jahre alt, siedelte sie gemeinsam mit ihrem Vater, ihrer Mutter und ihrer Schwester nach Polen über – genauer: ins niederschlesische Freiburg. „Mein Vater hatte polnische Wurzeln und wollte mal schauen, wie es da ist.“ Dann kam die Zeit des Eisernen Vorhangs, der Vater verstarb, die kleine Familie war in der Fremde auf sich
alleine gestellt und konnte nicht mehr zurück nach Deutschland. Der Zwangsaufenthalt in Polen sollte bis ins Jahr 1989 andauern – ein halbes Leben lang. Erst als die Mauer fiel, öffnete sich auch der Eiserne Vorhang und eine Rückkehr wurde möglich.

„Ich habe Polen dann sofort 1989 Adieu gesagt, als ich eine Einladung aus Deutschland erhielt, denn die brauchte man ja, um überhaupt ausreisen zu können. Ich bin zunächst in einem Übergangslager in Friedland angekommen, dann ging’s wieder zurück nach Herne. Hier haben wir ja damals gelebt.“, erklärt Frau Zimniak. Dass sie eine Frau der Tat ist, das merkt man. Kein Wunder: So arbeitete die stolze Großmutter von drei Enkeln – und drei Urenkeln – in einer Möbelfabrik im Akkord. Für ihren Mann, der vor einigen Jahren verstarb, war sie bis zuletzt da – pendelte tagtäglich viele Kilometer zwischen Krankenhaus und Wohnung. „Ich finde, sich um einen lieben Menschen zu kümmern, das gehört einfach dazu. Gott sei Dank sind auch meine Kinder für mich da. Meine Tochter lebt ja ganz in der Nähe und es ist so schön, wenn meine Enkel mich besuchen kommen und die Kleinen sagen ‚Oma, wir haben Dich sooo
lieb‘. Da geht mir das Herz auf und ich bin wirklich dankbar.“ Wenn’s um ihre Enkel geht, strahlen Frau Zimniaks Augen.